Didaktische Grundsätze

Individualisierung

Die unterrichtliche Situation in heterogenen Lerngruppen ist von unterschiedlichen Lern- und Lebensbedürfnissen gekennzeichnet. Die Individualisierung gibt jedem Kind die Chance entsprechend seiner Entwicklungsstufe und seinem Lerntempo zu arbeiten. Verstärkt durch den Schulversuch orientieren wir uns an der Leistungsfähigkeit des einzelnen Kindes und berücksichtigen dabei besonders Kinder mit Migrationshintergrund, integrative Maßnahmen,  Altersunterschiede, und immer mehr Kinder mit Inklusion.

Die Individualisierung sehen wir parallel zu kooperativen Lernprozessen. Die soziale Komponente des Lernens bleibt erhalten.
Merkmale zur Umsetzung der Individualisierung

  • rhythmisierter Unterrichtsvormittag (erweiterter Zeitrahmen)
  • spezielle Formen von Unterrichtsorganisation und Unterrichtsformen: Wochenplan , Freiarbeit,  Karteien, Werkstattarbeit, projektorientierter Unterricht, themengebundenes
  • Arbeiten in individuell gestalteten Lernmappen, Stationsarbeit, Lesen durch Schreiben, ganzheitliches Arbeiten, Wahl der Sozialform
  • gezielte Förderung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen durch Sozialpädagoginnen und Lehrerinnen
  • gezielte Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf durch Förderschullehrerinnen im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts im Sinne der Schulen für Lernhilfe
  • „Deutsch als Zweitsprache“
  • Psychomotorik, Motopädagogik   
  • AGs (jahrgangs- und klassenübergreifende Wahlangebote).


Projektorientiertes Unterrichten


Im Hinblick auf das angestrebte Ziel einer sozialen Integration von Schülern  unterschiedlicher Begabung und Herkunft bevorzugen wir Unterrichtsformen, die dem gemeinsamen Lernen und dem Lernen in gegenseitiger Verantwortung besondere Chancen einräumen. Dazu gehört projektorientierter Unterricht:

Hier werden Mitentscheidung und Mitverantwortung der Schüler ausdrücklich gefordert. Die Schüler müssen zum Lernen voneinander und miteinander bereit sein; Sozialtugenden wie Kooperationsbereitschaft, Toleranz, Höflichkeit, Rücksicht, Wertschätzung können praktiziert und deren Wert zugleich erlebt werden. Eine Zusammenarbeit gelingt nur, wenn sich die Mitlernenden gegenseitig akzeptieren.

Projektorientiertes Unterrichten als Öffnung von Unterricht trägt zu mehr Selbständigkeit, Ichstärke, Individualität und zum Sozialen Lernen bei. Projektorientiertes Unterrichten impliziert fächerübergreifendes Unterrichten.

Beispiele für von uns bereits durchgeführten Projektarbeiten:

Kartoffel-, Apfel- Werkstatt, Jahreszeitenwerkstatt, Projekt der 4 Elemente „ Feuer, Wasser, Luft und Erde“ , diverse Projektwochen wie z.B. im Jahr 2011 „ Mathematik zum Anfassen“ etc..


Formen innerer und äußerer Differenzierung

Zunehmende interindividuelle Verschiedenheit im Entwicklungs-, Leistungs- und Verhaltensbild der Kinder fordert Differenzierung als didaktisches Prinzip unserer Grundschule ein.
Bei der inneren Differenzierung muss die Organisation so sein, dass genügend Lernwege angeboten werden, die für möglichst viele Schüler erfolgreiches Lernen unter den Gesichtspunkten Leistung und Interesse möglich machen.

Kriterien für Differenzierung

  • Lernvoraussetzungen (Alter, Geschlecht, soziale und nationale Herkunft, vor- und außerschulische Erfahrungen, Sprachfähigkeit, Lebensschicksale)
  • Lernmöglichkeiten (Leistungsvermögen, Leistungsmotivation, Abstraktionsfähigkeit, kognitive Stile, Arbeitsverfahren und -techniken, Lerntempo, Lernstrategie, Ausdrucksform)
  • Lerninteressen (besondere fachliche Vorlieben, Sachinteressen, künstlerische, sportliche, soziale, ... Talente und Fähigkeiten)


Es ist nicht Aufgabe der Grundschule diese Differenzen auf ein einheitliches Niveau hin bei allen Schülern auszugleichen, sondern das Erreichen grundlegender Lernziele für möglichst alle Kinder zu sichern (Fundamentum).


Dabei soll der Entfaltung der individuellen Möglichkeiten, der Entwicklung individueller Lernziele, sowie dem Aufbau von Selbstständigkeit und persönlichen Interessen gedient werden.
Differenzierung strebt keine Dauerlösung an.
Sie bleibt situations- und lernzielgebunden und bedeutet Individualisierung.


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